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SALUTOGENESE

Was dient unserer Gesundheit? Wie entsteht Krankheit? Und wie können wir den Umgang mit einer Erkrankung und unsere Gesunderhaltung wirksam selbst steuern?


(von Sabina Malin, staatl. anerkannte Ergotherapeutin)

1. Wie definieren sich Gesundheit und Krankheit?

Beides sind Begriffe, die wir im Alltag häufig gebrauchen. Sowohl Gesundheit als auch Krankheit sind kulturell geformte Begriffe – sie haben also an verschiedenen Orten eine abweichende Bedeutung. Außerdem sind beide sehr stark vom Subjektiven, also unserem ganz persönlichen Empfinden geprägt. Ob wir uns als gesund oder krank empfinden und bezeichnen, ist abhängig von unseren Erfahrungen und auch unserem Lebensumfeld.


Früher war die Definition von Gesundheit ganz einfach – sie bezeichnete schlicht den Zustand der Abwesenheit von Krankheit. 1946 wurde von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) folgende Definition festgelegt: „Gesundheit ist der Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit.“


Im allgemeinen Sprachgebrauch meinen wir mit Krankheit einen objektiven Zustand, der durch eine medizinische Diagnose von einem Arzt belegt werden kann. Deshalb ist bei Arbeitsausfall auch die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit festgestellter Diagnose erforderlich.

Eine Diagnose setzt aber nicht zwingend voraus, dass wir auch Symptome spüren. Krank sein oder uns krank fühlen können wir jedoch ganz unabhängig davon, ob bei uns eine Diagnose vorliegt. Unser persönliches Gefühl - krank zu sein – ist also etwas sehr Subjektives und Individuelles. Nicht jeder Mensch verspürt bei gleicher Diagnose dieselben Symptome oder das gleiche Ausmaß an Schmerzen. Krankheit beeinflusst die Lebensqualität des Einzelnen ganz individuell. Wir reagieren positiv oder negativ auf unterschiedliche Formen der Behandlung und der Therapie. Die Schmerzempfindlichkeit ist bei jedem von uns individuell verschieden und auch bei jedem von uns tagesformabhängig nicht immer gleich. Manche Menschen suchen ihren Hausarzt drei Mal monatlich auf, andere nur drei Mal im Jahr. Manche sind bei leichteren Symptomen schon sehr beunruhigt, während andere eine gewichtige Diagnose scheinbar gut zu handeln vermögen.

Bei einigen von uns erscheint eine plötzliche und unerklärliche Genesung trotz schwerster Erkrankung wie ein Wunder, während andere Menschen trotz leichter Erkrankung und guter Prognose sterben müssen.

So ganz einfach ist das also nicht mit Krankheit und Gesundheit! Welche Faktoren spielen außerdem eine Rolle bei der Entstehung von Krankheit und dienen maßgeblich der Erhaltung unserer Gesundheit?


2. Pathogenese (Krankheitsentstehung) und Salutogenese (Gesunderhaltung)

Bis in die 70er Jahre hinein diente das Pathogenese-Modell zur Erklärung von Krankheitsentstehung. Kurz erklärt trifft hier ein innerer oder äußerer schädlicher Einfluss auf den Körper und löst dort eine Krankheit aus. Diese Sichtweise konzentriert sich also ganz auf Krankheitsursachen und damit auch auf die Risikofaktoren. Das Modell geht davon aus, dass Krankheit dadurch verhindert werden kann und soll, dass schädliche Einflüsse gemieden oder reduziert werden.


Mir persönlich genügt dieses Modell zur Erklärung nicht, denn meiner Meinung nach liegt hier der Schwerpunkt zu sehr auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung – mit einem leicht negativen Beigeschmack. Mir fehlen in diesem Modell ganz entscheidende Faktoren, deren erstaunliche Wirkung ich in meiner langjährigen Berufspraxis als Ergotherapeutin an vielen Patienten miterleben durfte.


Die positive Sichtweise des Salutogenese-Modells kommt meinem Empfinden nach dem Thema viel näher. Salutogenese hat etwas mit Ressourcen zu tun und berücksichtigt viele verschiedene Komponenten - nicht nur krank machende Substanzen oder Erreger.


Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923-1994) prägte den Ausdruck Salutogenese in den 80er Jahren als Gegenentwurf zum Modell der Pathogenese.


Bei der Salutogenese stehen die Faktoren im Mittelpunkt, die Gesundheit entstehen und erhalten lassen. Antonovsky ging davon aus, dass Gesundheit keinen feststehenden Zustand beschreibt, sondern dass sie vielmehr ein Prozess ist, bei dem sich Risikofaktoren und Schutzfaktoren (=Widerstandsressourcen) gegenüber stehen.


Antonovsky untersuchte beispielsweise zahlreiche Frauen in der Menopause. 30% dieser Frauen waren in ihrer Jugend in Konzentrationslagern inhaftiert gewesen und hatten überlebt. Antonovsky konnte feststellen, dass die Gesundheit dieser traumatisierten Frauen sich trotz ihrer schlimmen Erfahrungen nicht wesentlich vom Zustand der Frauen unterschied, die diese leidvolle und lebensbedrohliche Erfahrung nicht machen mussten. Er stellte sich die Frage, was dazu beigetragen haben könnte, das Grauen der Lager mit relativ guter Gesundheit überstanden zu haben.


Antonovsky formulierte daraufhin die drei wichtigen psychischen Einflussfaktoren Verständnis, Machbarkeit und Sinnhaftigkeit, die uns in Situationen aller Art bei der Bewältigung von Stressoren – und somit natürlich auch beim Umgang mit Krankheiten - unterstützen.


3. Verständnis, Machbarkeit und Sinnhaftigkeit • VERSTÄNDNIS

  • Mit Verständnis meint Antonovsky unsere Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen. Um selbst zu verstehen, was mich erkranken lässt, muss ich erst einmal klar erkennen, wie sich mein Körper im Moment anfühlt und fühlt. Wo empfinde ich Spannungen in meinem Körper? Wo habe ich Schmerzen? Welche Gefühle unterdrücke ich im Alltag? Worin bremse ich mich selbst? Das sind Fragen, die uns zu einem besseren Verständnis unseres Körpers und seines Befindens führen. Am besten kommen wir den Antworten darauf in einer ruhigen Wohlfühlatmosphäre ohne ablenkende äußere Reize auf die Spur!


„Meine Welt ist verständlich und stimmig geordnet; auch Probleme und Belastungen, die ich erlebe, kann ich in einem größeren Zusammenhang sehen.“


- MACHBARKEIT

Machbarkeit bezeichnet die innere Überzeugung, dass ich mein eigenes Leben selbst gestalten kann – dass ich selbst die Steuerfrau/der Steuermann bin, der mein Lebensschiff durch die See navigiert. Ich habe immer die Wahl, wie ich mit einer Situation, einer Herausforderung, einem Menschen umgehen möchte, und diese Ansichtsweise ermächtigt mich dazu, mein Leben in meine eigenen Hände zu nehmen. Ich kann bei einer Erkrankung die richtigen Entscheidungen treffen, um in Balance zu kommen und mich wieder wohl zu fühlen. Ungünstige Lebensgewohnheiten kann ich verändern und aus meiner Komfortzone heraus treten. Ich kann meinem inneren Schweinehund ehrlich begegnen und ihm liebevoll aber bestimmt in den Hintern treten. Dazu ist es notwendig, dass ich zuerst einmal ganz ehrlich zu mir selbst bin.


„Das Leben stellt mir Aufgaben, die ich lösen kann. Ich verfüge über Ressourcen, die ich zur Meisterung meines Lebens und meiner aktuellen Probleme mobilisieren kann.“


- SINNHAFTIGKEIT

Mit Sinnhaftigkeit ist gemeint, dass ich an den Sinn meines Lebens glaube – und das kann ich auch ganz unabhängig von einer Religionszugehörigkeit. Ich kann darauf vertrauen, dass ich auf diese Welt gekommen bin, weil ich ihr etwas zu schenken habe, das ganz einzigartig ist. Ich bin hier, weil ich und mein Leben einen Sinn haben. Wie hätten Menschen einen Krieg, die Inhaftierung in Konzentrationslagern oder andere traumatische Erlebnisse überleben können ohne das Vertrauen in den Lebenssinn?


„Für meine Lebensführung ist jede Anstrengung sinnvoll. Es gibt Ziele und Projekte, für die es sich zu engagieren lohnt.“


Diese drei Faktoren schaffen ein Kohärenzgefühl - ganz allgemein gesagt, ein Gefühl des Vertrauens darauf, dass


  • Die „Prüfungen“ meines Lebens erklärbar sind

  • Dass ich alle nötigen Ressourcen besitze, um diesen Anforderungen zu begegnen und

  • Dass die an mich gerichteten Anforderungen eigentlich Herausforderungen sind, und dass meine Anstrengung und mein Engagement sich lohnen werden.


Gesundheit und Krankheit sind für Antonovsky sowohl von Subjektivität (meinem ganz persönlichen Empfinden) geprägt, als auch von objektiven Faktoren (Risikofaktoren, genetische Faktoren, etc.) bedingt.


Jeder Mensch trägt gesunde und kranke Aspekte in sich, so lange er lebt. Selbst in einem sterbenskranken Menschen finden sich gesunde Anteile. Und wir alle sind in einem stetigen Prozess – also nicht gesund oder krank, sondern immer sowohl das eine als auch das andere.



4.Die 12 Salutogenese-Faktoren ganz konkret und praktikabel:


Wir können 12 einzelne Komponenten für unsere Gesunderhaltung oder Gesundheitsförderung formulieren. Machen Sie doch ein Spiel daraus und setzen Sie sich mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner oder guten Freunden zusammen und finden Sie gemeinsam heraus, welche der 12 Faktoren in Ihrem Leben schon einen festen Platz gefunden haben und welche Sie gerne noch miteinander kultivieren möchten!


A) GEGENWÄRTIGKEIT

Der bekannte spirituelle Lehrer Eckhart Tolle ,(von dem die/der Interessierte einige Videos auf YouTube finden kann), betont immer wieder, wie wichtig es für uns Menschen ist, ganz im Moment zu sein – ganz gleich was wir auch tun. Ob wir morgens aufstehen, bewusst unsere Körperpflege erleben, uns ein gutes Frühstück bereiten und es genießen, ob wir bei der Arbeit oder im Spiel mit unseren Kindern oder Enkeln sind, ob wir uns in der Natur aufhalten, kreativ tätig sind oder uns der Muße hingeben – am intensivsten und schönsten erleben wir jeden Moment dann, wenn wir ihn voll und ganz auskosten.

Wenn es uns gelingt, weder über unsere Vergangenheit zu trauern oder mit ihr zu hadern, noch uns mit Zukunftsängsten zu belasten, sind wir ganz im Moment, und das schenkt unserer Seele Frieden. Wir können uns immer wieder im Laufe eines Tages kurz auf den Moment gerade jetzt besinnen. Kurz innehalten und spüren... erleben... wahrnehmen...


B) STILLE

Es ist gar nicht so einfach, in der heutigen Zeit einen Raum für Stille zu finden. Wir sind ständig erreichbar, umgeben von Medien aller Art, die uns stetige Ablenkung vom Wesentlichen versprechen. Die Stille zu suchen – und sei es nur für eine Viertelstunde am Tag – kann uns zu Beginn ganz schön schwer fallen. Viele Gedanken kommen da auf einmal in unser Bewusstsein gepurzelt, die sich Gehör verschaffen wollen. Gefühle wollen auf einmal ihren Raum bekommen und möchten angeschaut werden. In die Stille zu finden ist etwas, das ein wenig Übung braucht.


Ich persönlich habe meinen ganz privaten Moment der Stille jeden Morgen. Ich stehe gerne früher auf um morgens mit Zeit und Ruhe meinen Tag zu beginnen. Ein festes Ritual ist dabei, eine Kerze anzuzünden, mich bequem in meinen liebsten Sessel zu setzen und mir vorzustellen, wie ich ganz und gar von einem hellen und strahlenden Licht durchflutet werde, das mich mit aller Kraft und Energie versorgt, die ich an diesem Tag brauchen werde. Ein Licht, das mich mit Liebe erfüllt für alles, was heute zu tun ist und auch für Jeden, der meinen Weg kreuzt. Und danach sage ich danke... Danke für den Frieden in meinem Leben; Danke für die Freiheit, die ich habe; Danke für die Fülle in mir und dem, was mich umgibt; Danke für die Freude am Leben. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich mein Ritual am Wochenende oder im Urlaub vergessen habe. Dann hole ich es abends vor dem Einschlafen nach, und da gibt es dann noch vieles andere, wofür ich Danke sagen kann und möchte. Stille ist ein Geschenk, weil ich in ihr zu mir selbst komme.


C. KÖRPERBEWUSSTSEIN

Geht es Ihnen auch oft so? Irgendwo im Körper spüren wir ein Unwohlsein, eine Verspannung, einen Schmerz, was wir jedoch meist ignorieren. Wir müssen ja schließlich funktionieren – und da sind uns Schmerzen, Verspannungen oder ein Unwohlsein im Weg. Es ist viel leichter, bei Bedarf eine schnelle Schmerztablette einzunehmen, anstatt hinzuhören! Wenn mein Körper mir Signale sendet, tut er das in seiner eigenen Sprache. Schmerz, Unwohlsein und Spannung sagen mir: „Irgendetwas stimmt nicht! Etwas ist nicht in Ordnung!“ Und das kann ganz viele Ursachen haben. 7 Die Auseinandersetzung mit einem Familienmitglied oder meinem Chef kann uns auf den Magen schlagen. Wir bekommen Durchfall, wenn wir eine Situation – zum Beispiel eine Prüfung - nicht kontrollieren können. Uns tut das Kreuz weh, weil wir uns zu viel aufgeladen haben. Unsere Schultern sind chronisch verspannt, weil wir viele unsichtbare Lasten tragen. So könnte ich fortfahren, und oft verbergen sich in den alten und volkstümlichen Redensarten sehr hilfreiche Wegweiser:


  • sich einen Kopf machen, woraus nicht selten Kopfschmerz wird • einen Frosch im Hals haben, weil wir nicht sagen, was wir wirklich denken • auf dem Zahnfleisch laufen, weil wir überfordert sind

  • es geht mir an die Nieren, weil die sehr schmerzempfindlich sind und direkt mit dem Herzen zusammenhängen

  • mein Herz schlägt bis zum Hals, aus Angst oder Aufregung • mir dreht sich der Magen um, weil ich etwas überhaupt nicht will


Es gibt ein sehr erheiterndes und nachdenklich machendes Buch, (Walter Schmidt: Dicker Hals und kalte Füße; Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011), in dem Interessierte viele weitere psychosomatisch bedeutsame Redensarten finden. Unser Körper hat ein Recht darauf, von uns gehört zu werden – nicht nur, wenn er sich mit Wohlgefühl und Entspannung bemerkbar macht!


D. ENTSPANNUNG

Wobei wir uns am besten entspannen ist so individuell wie wir selbst. Manche gehen dazu raus in die Natur, andere finden Entspannung in Bewegung und Sport. Entspannung kann sich beim Lesen, Musik hören, Meditieren, Kochen, Malen, Nähen, Spazierengehen einstellen – es stehen uns vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Ich habe für mich festgestellt, dass ich bei einer Tätigkeit, die ich liebe, genauso gut entspannen kann wie bei einem guten Buch oder in der Badewanne. Wichtig ist, dass ich mein Bedürfnis nach Entspannung wahrnehme. Wichtig ist, dass ich mir die Zeit dafür nehme. Wichtig ist, dass das, was ich tue mir gerade gut tut. 8 Dass ich in meinem Wochenplan ausreichende „Inseln der Entspannung“ für mich schaffe. Dass ich mir am Wochenende nicht auch noch „Freizeitstress“ zumute.


E. SCHLAFHYGIENE

Nein – Schlafhygiene bedeutet nicht, dass wir nur frisch geduscht ins Bett gehen sollten! Unter dem Begriff „Schlafhygiene“ versteht man Bedingungen und Verhalten, die einen gesunden Schlaf fördern. Die Regeln zur Schlafhygiene werden in 10 Punkten zusammengefasst:

  • Gehen Sie jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie um die gleiche Zeit auf

  • Essen Sie 3 Std. vor dem Schlafengehen keine größeren Mengen mehr; gehen Sie aber auch nicht hungrig zu Bett

  • Trinken Sie 3 Std. vor dem Schlafengehen keinen Alkohol mehr und 4-8 Std. vorher keine koffeinhaltigen Getränke

  • Schlafen Sie mittags nicht länger als 30 min.

  • Bleiben Sie nicht länger als nötig im Bett – das kann Schlafstörungen fördern Ø Rauchen Sie nicht mehr nach 19 Uhr

  • Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung nach 18 Uhr Ø Gestalten Sie Ihre Schlafumgebung angenehm

  • Schaffen Sie sich eine Pufferzone zwischen Alltag und Zubettgehen

  • Vermeiden Sie helles Licht, wenn Sie nachts wach werden. Dies kann Ihre innere Uhr umstellen.


F. ERNÄHRUNG

Ein paar Tipps zur gesunden und ausgewogenen und umweltschonenden Ernährung:

  • Ernähren Sie sich möglichst mit Produkten aus Ihrer Region, z.B. vom Bauern Ihres Vertrauens

  • Verwenden Sie naturbelassene Lebensmittel. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten frisch und mit Liebe zu

  • Achten Sie auf ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis. Empfohlen werden heute als Richtwerte 30-40% Kohlehydrate (am besten Vollkorn), 20-30% Eiweiß (das pflanzlich und/oder 9 tierisch sein darf) und 30-40% Fett für die optimale Nährstoffverteilung eines erwachsenen Menschen. Dazu kommen Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien. Viel Gutes steckt in frischem Obst (empfohlen sind 2 Portionen am Tag) und Gemüse (3 Portionen am Tag), und ganz wichtig ist natürlich unsere tägliche Versorgung mit genügend Wasser.

  • Diäten gehören leider nicht zu einer gesunden Ernährung! Sinnvoller ist da die alte Regel des FdH (Friss die Hälfte)!

  • Gönnen Sie sich ab und zu ruhig auch etwas nicht ganz so Gesundes

  • Ein paar Tage Heilfasten im Frühjahr sind eine wunderbare Möglichkeit zur Entschlackung und Entgiftung



G. BERÜHRBARKEIT

Mit Berührbarkeit ist die Fähigkeit gemeint, sich von Eindrücken emotional berühren zu lassen und diese Gefühle angemessen auszudrücken.

Unsere Fähigkeit zur Berührbarkeit ist abhängig von verschiedenen Faktoren, z.B.:

Welche Gefühle haben wir früher erlebt (Verletzung, Angst, Scham, etc.)

Wie viel Vertrauen bringen wir den Menschen in unserer Umgebung entgegen?

Wenn wir Angst haben verletzt zu werden, werden wir kaum sehr berührbar sein, und es wird uns schwer fallen, Gefühle auszudrücken. Es gibt Situationen, in denen Gefühle zeigen sehr erwünscht ist. Bei Hochzeiten darf sich lautstark gefreut werden und auch Glückstränen gehören selbstverständlich dazu. Bei einer Beerdigung können wir unsere Trauer ganz offen zeigen.

In diesen Situationen sind wir emotional – auch, wenn wir einen Film sehen, der uns freudig oder traurig stimmt; der uns Angst macht oder unsere Nerven vor Spannung vibrieren lässt.


Es ist eine gute Übung, auch im Alltag immer wieder Gefühle zu zeigen – Sie werden erstaunt sein, wie viele Menschen darauf positiv reagieren, wenn Sie authentisch zeigen, was Sie fühlen. Das ist viel besser, als Ihre Gefühle, die so lebendig sind und die Sie sich so lebendig fühlen lassen, in sich zu verschließen.


H. BEZIEHUNGSFÄHIGKEIT / VERBUNDENHEIT

Beziehungsfähigkeit bedeutet, dass wir in der Lage sind, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und die Beziehung zu Ihnen zu halten. Verbundenheit beschreibt das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit anderen. Beide Begriffe gehören in den Bereich emotionaler und sozialer Beziehungen. Und diese sind ganz entscheidend für unser subjektives Wohlbefinden. Die Bedeutung von Partnerschaft, Familie und tiefer Freundschaft ist für uns Menschen in allen Lebensaltern enorm wichtig. Wir brauchen es, uns zugehörig zu fühlen. Wir erfahren voneinander gegenseitige emotionale Unterstützung und Hilfe – in Gesprächen oder auch ganz praktisch - bei Problemen, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen oder der ganz normalen Alltagsbewältigung. Ein lebendiges soziales Netz gibt uns ein Sicherheitsgefühl und stärkt uns den Rücken bei Gegenwind! Menschen, die in eine Partnerschaft oder Familie eingebunden sind, leben länger und werden auch schneller wieder gesund.


I. AKTIVIERUNG ALLER KÖRPERSYSTEME

Es gibt mehrere Möglichkeiten, unsere Körpersysteme dynamisch zu aktivieren. Besonders wirksam ist eine Kombination aus langsamen Bewegungen und gezielter Atmung. Im Tai-Chi, in den 5 Dr. Fulford-Übungen, im Yoga ebenso wie in den 5 Tibetern finden wir diese äußerst wirksame Verbindung aus Atmung und Bewegung. Selbst beim Spazierengehen im Wald mit tiefer und rhythmischer Atmung werden unsere Körpersysteme angeregt.


Atem ist Leben und Atemprobleme nehmen in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Viele Menschen atmen ganz flach, viel zu schnell oder im falschen Rhythmus. Haben wir es zu eilig? Fällt es uns schwer, das Leben in tiefen Zügen in uns hinein zu lassen? Versuchen Sie einmal, wenn Sie irgendwo im Körper Schmerzen haben, direkt in diese Stelle hinein zu atmen. Das klingt erst einmal ungewöhnlich, doch es klappt auch, wenn der Fuß oder der Rücken schmerzen. Manchmal lässt ein Schmerz sich so lösen oder doch zumindest lindern Probieren Sie es aus!


J. KRAFT-AUFBAU

Fitness im richtigen Ausmaß ist ein wichtiger Faktor der Salutogenese. Herzleistung und Puls sollten mindestens einmal am Tag gesteigert werden – das geht schon mit zügigem Treppen laufen oder flottem Nordic-Walking. Das Herz arbeitet beim Radfahren ebenso wie beim Tanzen – und natürlich auch beim gezielten Training im Studio unter fachkundiger Anleitung durch Trainer. Es ist weniger wichtig, womit Sie sich in Bewegung bringen – wichtig ist dass Sie sich bewegen. Und wenn Sie dann noch Freude daran haben und hinterher so richtig stolz auf sich sind, haben Sie nicht nur ihrem Herzen etwas Gutes getan. Schon die Ärzte des Altertums wussten: „Ein gesunder Geist soll in einem gesunden Körper wohnen“.


K. ZENTRIERUNG (KÖRPERLICH & GEISTIG)

Wenn ich zentriert bin, ruhe ich in meiner Mitte. Dann kann der Wirbelsturm des Lebens um mich herum kreisen, während ich im Auge des Sturms in der Ruhe bleibe. Das erfordert natürlich sehr viel Übung und sehr viel Disziplin. Es ist aber möglich, immer wieder kurz in den Zustand des Zentrierens – in meine eigene Mitte - zu gehen.


Ich übe das, wenn ich merke, dass mich etwas aus der Ruhe bringt oder aus meiner Mitte schubst. Das kann etwas sein, wovon ich mich angegriffen fühle; etwas, das mich ärgert oder traurig macht; etwas, das eine alte Verletzung in mir berührt. Ich arbeite daran, innezuhalten, BEVOR ich reagiere! Ich gehe kurz aus der Situation und atme tief durch. Ich versuche, mir die Situation von außen zu betrachten oder mich sozusagen in die Schuhe meines Gegenübers zu stellen.


Ich frage mich: Warum reagiere ich innerlich so stark?

Was wird da noch berührt in mir?

Wie viel hat die Situation wirklich mit mir zu tun?

Warum nehme ich den Auslöser so persönlich?

Dadurch kann ich Abstand bekommen und anders reagieren, als wenn ich mich von meinen zuerst empfundenen Gefühlen und Emotionen mitreißen lasse.

Dann kann ich aus meiner Mitte heraus eine gute und konstruktive Lösung suchen.


Durch Zentrierung bekomme ich mehr Stärke und Präsenz. Ich werde gelassener und offener. Ich werde mir meiner Reaktionsmuster, die mich aus dem Gleichgewicht bringen können, immer mehr bewusst. Es hat mich nämlich sehr belastet, dass ich emotional immer wieder aus dem Gleichgewicht kam.


Meditation zentriert sowohl körperlich als auch geistig. Mir selbst fällt es schwer, einfach so zu meditieren. Ich höre mir sehr gerne gesprochene, geführte Meditationen auf YouTube an. Die gibt es von verschiedenen Menschen zu ganz verschiedenen Themen.


L. ACHTSAMKEIT

Achtsamkeit zu üben ist eine ganz große Herausforderung! Denn mit Achtsamkeit ist gemeint, dass ich den gegenwärtigen Moment wahrnehme, ohne ihn zu bewerten! Unsre Gesellschaft bewertet unaufhörlich – das heißt, wir bekommen das in allen Medien vorgemacht! Tief in uns fürchten wir häufig, von unserem Umfeld negativ bewertet zu werden und es passiert uns selbst auch ganz schnell, dass wir über jemanden eine vorschnelle Wertung abgeben. Auch uns selbst bewerten wir ständig, und dabei betrachten wir oft weder uns selbst noch unser Umfeld mit achtsamen und liebenden Augen!


Wenn wir einen Säugling oder ein kleines Kind betrachten, können wir uns darüber freuen, welch ein vollkommenes Wesen wir da gerade erblicken; wir lächeln und schauen dieses kleine Menschlein mit den Augen der Liebe, Achtsamkeit und Akzeptanz an. Bei den größeren oder erwachsenen Exemplaren unserer Gattung fällt uns das oft schwerer. Wohlgemerkt – es geht nicht darum, alles gut zu finden, das uns von anderen entgegen gebracht wird, aber es ist sehr heilsam, es anzunehmen und einfach stehen lassen zu können, ohne den anderen bewerten zu müssen. Und das gilt natürlich auch für uns selbst.


Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass dieser Blogbeitrag Ihnen Lust darauf macht, in Zukunft auf mehr auf Ihr Gesundbleiben zu schauen. Dass Sie Freude daran haben, sich wirklich Gutes zu tun und dass Sie ein paar Anregungen von hier in Ihr Leben mitnehmen mögen.


Ihre Sabina Malin




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